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Cloudworkers-Neustart – Unser Portal erstrahlt in neuem Glanz

In letzter Zeit ist es etwas ruhig geworden um unser Portal, was uns gar nicht gefallen hat. Zu wenig Projekte, zu wenig Cloudworkers, ein nicht mehr ganz zeitgemäßes Design und nur schwer am Smartphone benutzbar – das musste geändert werden!

Worum geht´s? Unternehmen können Projekte online stellen, für die sie ProjektmitarbeiterInnen suchen, und nach geeigneten Anbietern (anonymisiert) suchen, und selbständige LeistungsanbieterInnen können ihre Kompetenzenliste und Verfügbarkeiten online stellen und sich auf Projekte direkt bewerben.

Jetzt ist es so weit – unser Portal erstrahlt in neuem Glanz und wir arbeiten intensiv daran, möglichst rasch möglichst viel Leben auf die Plattform zu bringen. Durch diese Nutzererfahrungen können wir weiter an der Performance arbeiten, und wir nehmen gerne Feedback und Anregungen auf, um das Portal so zu gestalten, dass alle Interessierten und Benutzer den maximalen Output haben.

Neben den berühmten Bugs und Unverständlichkeiten bei der Benutzung, die wir aus Betriebsblindheit schon gar nicht mehr sehen, ist uns vor allem die Erweiterung um gewünschte Berufsgruppen ein Anliegen. Die Datenbank ist geduldig – wir brauchen nur Beruf / Branche und die Kompetenzen, die zum Anklicken bereit gestellt werden sollen, dann geht´s auch schon los!

Deswegen haben wir uns entschieden, die Plattform bis Ende März 2017 für alle kostenfrei zur Verfügung zu stellen mit der vollen Funktionalität. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Feedback, und dafür ist die Benutzung für die ersten Monate gratis, ein fairer Deal, oder?

Selbstverständlich wird nicht automatisch auf das Bezahlsystem umgestellt, sondern wir fragen jede(n) NutzerIn, ob er/sie das auch gerne möchte, und wenn nicht, bedanken wir uns für die bisherige Zusammenarbeit! Falls doch, findet man jetzt schon unter „Preise“ das beabsichtigte Preismodell mit einem geringen Monatsbeitrag für Cloudworker und zwei Modellen für Unternehmen (nur Benutzung oder mehr Unternehmenswerbung).

Jetzt heißt es: registrieren, ausprobieren, Feedback schicken, weiterempfehlen – wir freuen uns!:-)

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Kommt die „Amazonisierung“ der Arbeit?

So titelt die Presse in den Arbeitswelten vom 29. Oktober 2016 – eine Zusammenfassung.

Andreas Boes ist Vorstand und Institutsrat für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF). Sein aktuelles Thema eines Vortrags lautet „Cloudworking und die Zukunft der Erwerbsarbeit“.

Klar ist für die nächste Zukunft:
– Einfache Tätigkeiten werden weiterhin automatisiert und fallen weg.
– Auch die Jobs der Wissensarbeiter werden zunehmend digitalisiert.

Cloudworking wird in diesem Zusammenhang noch eher stiefmütterlich betrachtet, aber Herr Boes spricht in diesem Zusammenhang von einer Revolution. Wie kommt´s?

Insbesondere im Silicon Valley ist es schon Usus, dass Unternehmen fast keine eigenen Mitarbeiter mehr haben, sondern Tätigkeiten in die Cloud auslagern. Cloudworking wird zur neuen Leitorientierung der Organisation von Arbeit. – Wow!

Cloudworking ist somit das Bindeglied zwischen den Festangestellten, den Kunden und den Soloselbständigen.

Crowdsourcing-Plattformen dienen dazu, dass Unternehmen große Aufträge in kleine Kapitel zerlegen und diese dann einzeln vergeben. Bei einer anderen Variante werden die Aufträge von der Plattform an einen eingeschränkten Kreis weitergegeben, diese Mitglieder erarbeiten freiwillig und unentgeltlich Lösungsvorschläge, und der Auftraggeber entscheidet sich dann bei der Umsetzung für den Sieger. Bezahlt wird hier meist nur der Sieger. Für gute Ideen gibt´s jedenfalls Punkte, die gut für das interne Ranking sind. So ist auch der Gamification-Aspekt abgedeckt.

Von Kritikern hört man nicht selten „Amazonisierung“ der Arbeit oder „eBay für Arbeitskräfte“.

Das ist natürlich eine Herausforderung für Arbeitnehmerschutzrechte und die vorhandenen Strukturen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber – sie sie einfach nicht dafür ausgelegt, mit all den Konsequenzen wie Aufrechterhaltung des Sozialsystems in letzter Konsequenz.

In Reaktion darauf glaubt Herr Boes auch nicht, dass es möglich sein werde, die neuen digitalen Mitarbeiter zu organisieren. Ein Ansatz könnte sein, die Qualität der Plattformen zu standardisieren oder über die sozialen Medien Druck aufzubauen. Naja…

Was hat das Ganze mit den Cloudworkers zu tun? Viel und wenig zugleich. Die oben beschriebene Funktionsweise von Crowdsourcing-Plattformen trifft bei uns nicht zu, sehr wohl sind wir aber die Plattform, auf der sich Projektanbieter und Mitarbeitswillige treffen und finden.

Fix ist, dass uns das Thema in den nächsten Jahren vermehrt beschäftigen wird, auf allen Seiten. Und um dafür gerüstet zu sein, überarbeiten wir gerade die Plattform und den öffentlichen Auftritt – dazu aber bald mehr! Lassen Sie sich überraschen!

http://karrierenews.diepresse.com

Bildquelle: pixabay.com

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Österreichs CrowdworkerInnen

Ein Angriff auf arbeitsrechtliche Mindeststandards… – ist dem so?

Im Standard vom 10. September und im Jobkurier vom 17. September wurde die Crowd mittels von der Arbeiterkammer erhobener Inhalte thematisiert. Ein Auszug daraus:
– alte wie junge Menschen sind auf den Plattformen aktiv
– Frauen sind fast genau so stark vertreten wie Männer
– unterschiedlichste Qualifikationsstufen werden angeboten
– 43 % der CrowdworkerInnen in Österreich verdienen pro Jahr zwischen 18.000,- und 36.000,- Euro

Kritisiert wird, dass es ein Machtgefälle gäbe zwischen zwischen AuftraggeberInnen und -nehmerInnen und dass durch die Tatsache, dass Plattformen oft aus dem Ausland arbeiten, eine Handhabe bei Auseinandersetzungen nur schwer möglich sei. Meiner Meinung nach ist das Entstehen der Crowd neben einem gewissen Lifestylefaktor auch dadurch bedingt, dass das System „Dienstgeber – Angestellte“ nicht flexibel genug ist. Natürlich geht es wieder mal um Dienstgeber von Angestellten, Scheinanstellungen und Sozialversicherungsbeiträge. Hinter jeder Vermittlungsplattform aber gleich verdeckte Dienstverhältnisse zu vermuten, find ich aber dann doch überzogen.

An diesem Thema wird jedoch unbestritten sichtbar, wie sehr die Welt zusammenwächst und die Globalisierung Wohlstandsunterschiede sichtbar macht. Einzelne Arbeiten wie eine einfache Logoerstellung wird man sicher billiger in Südostasien zukaufen können, aber für die meisten Projekte wird man nach wie vor auf Auftragnehmer in jenem Umkreis zurückgreifen, der ein persönliches Treffen zumindest möglich erscheinen lässt.

Ich kann mich noch sehr gut an meine eigenen Kollektivvertragsverhandlungen (für die Justizbetreuungsagentur) mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst erinnern (die übrigens sehr wertschätzend und auf sehr hohem inhaltlichen Niveau geführt wurden). Auf meinen Hinweis, dass man wohl auch hier zusammen sitze, weil das aktuelle System offensichtlich nicht flexibel genug sei, kam sinngemäß diese Antwort: „Wir sind sehr flexibel, wir müssen uns nur auf etwas Sinnvolles einigen und innerhalb kürzester Zeit können wir so den Kollektivvertrag anpassen.“
Damals wie jetzt heißt das für mich, dass man sich erfahrungsgemäß nur schwer und eher langwierig auf etwas Neues einigt und ein Kollektivvertrag nur in der Theorie flexibel ist.
Beim Interessenswettstreit bleibt das Fazit: Der kleinste gemeinsame Nenner in den Verhandlungen ist in einem ausbalancierten System auf der Suche nach Neuerungen nur selten ein innovatives und besonders gutes Ergebnis.

Wir dürfen also auch hier ruhig feststellen: Das Entstehen von alternativen Organisationsformen von Arbeit ist erstens nicht überraschend, zweitens nicht aufzuhalten, drittens ein Zeichen und eine Folge sich ändernder Rahmenbedingungen und viertens auch eine große Chance auf dem Weg zu einer höheren Produktivität. Je eher dieses Denken in den Köpfen der Verantwortlichen ankommt, desto besser kann auch der notwendige ArbeitnehmerInnenschutz integriert werden. Durch Wegschauen provoziert man nur erzwungene Reaktionen, Missstimmung und Unsicherheit und hemmt so das Vorankommen.

Die Arbeiterkammer plant qualitative Fragen in Sachen Crowdwork, was sehr zu begrüßen ist, um dieses inhaltlich besonders spannende Thema voranzubringen. Wir werden die Entwicklung beobachten…

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Bildquelle: pixabay.com

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Bei Angestellten ist die Pokémonjagd ein Freizeitspaß, und bei Freelancern?

Angestellte dürfen privat Smartphones und Internet nutzen, wenn der Arbeitgeber sein o.k. dazu gibt. Freelancer gibt es nicht – es sind Werkvertragsnehmer, die derart definiert sind (https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/arbeitsvertraege/Werkvertrag.html):

• auf Erfolg ausgerichtet
• keine persönliche Arbeitspflicht
• eigene Arbeitsmittel
• nicht in die Organisation des Werk-Bestellers eingegliedert
• keine persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit

Unabhängig von den sozialversicherungsrechtlichen Folgen bei einer Fehleinstufung (Scheinangestellte) wird so auch klar, dass Freelancer gerne auf die Jagd gehen können, solange das Werk rechtzeitig abgeliefert wird und zum Beispiel die Website fertig programmiert ist. Das Korrektiv ist in diesem Fall der Auftraggeber, der vielleicht nicht oder nur einen Teil zahlt und der sich für Folgeaufträge einen anderen Dienstleister suchen wird. Jeder Freelancer muss sich als selbständiger Unternehmer überlegen, welche Variante er wählt und mit den Konsequenzen leben. Das kann dann schon mal sein, dass seine angestellten Kollegen, die ohne viel Aufhebens in ihrer Arbeitszeit Jagderfolge feiern, einen Knick in ihrer Performance haben, der aber meist erst spät, wenn überhaupt, entdeckt wird, während der Selbständige bei dieser Spielerei nicht dabei sein kann.

Das soll auch ein Anreiz sein, seinen eigenen Wert richtig zu berechnen und nach Möglichkeit auch durchzusetzen, weil in diesem Preis auch ein Arbeitsausmaß und ein Freizeitverzicht inkludiert ist, den die meisten Angestellten in dieser Intensität nicht haben. Siehe auch: www.dopeg.at/die-gage-der-personalchefs

Wenn man bei vernünftigem Stundensatz als Freelancer gut ausgelastet ist, macht es umso mehr Spaß, im Rahmen seiner zeitlichen Disponibilität – einer der großen Vorteile der Selbständigkeit – bewusst Zeit für Pokémonjagden zu verwenden in dem Bewusstsein, keinen Arbeitgeber zu hintergehen und sich dieses Spiel oder auch andere zeitweise als Belohnung für erbrachte Leistungen zu gönnen.

Konzentration ist auch hier gefragt, Berichte über Verletzte und auch Tote durch das Spielen gibt es ja schon.

Bildquelle: pixabay.com

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„Wir starten mit nix!“

Eindrücke zum Thema Neustart als Jungunternehmer

Wer kennt sie nicht – die, die einen beruflichen Neustart vollführen, sei es gewollt oder auch aus einer gewissen Zwangslage heraus – das sind dann die sogenannten „Lebensläufe mit Brüchen“.
Da ist dann der Punkt gekommen, um interessiert nachzufragen, wer wann was und warum machen will und hört dann oft „Wir starten mit nix!“. Ja ist das denn überhaupt gescheit, und sollte man das Ganze nicht gleich als Himmelfahrtskommando ohne Chancen auf Erfolg abkanzeln? „Wir starten mit nix!“ kann vieles bedeuten:

„Es gibt noch keine Infrastruktur, kein Büro, kein Logo“, usw.: Nona, so ist das halt zu Beginn, das heißt noch gar nichts, jeder fängt mal an und muss sich um die ersten Schritte kümmern.

„Wir haben noch keine Aufträge“: Auch das ist per se noch nicht besorgniserregend, weil die Startphase in jedem Businessplan, der diesen Namen auch verdient, ausreichend berücksichtigt und vor allem ausfinanziert ist.

„Wir haben noch keine Kunden“: Solange es eine Idee gibt, wie man zu diesen Kunden kommt, kein Problem. Ein Großteil der Neounternehmer scheitert am Vertrieb, und es reicht definitiv nicht, nur gut zu sein und gute Leistungen zu erbringen. Ein paar Entrepreneure können noch aus ihrer vorigen Beschäftigung heraus Kunden einladen, zu ihnen zu wechseln, und bei einigen war dies überhaupt der Hauptantrieb, es auf eigene Faust zu versuchen. Diesen darf man durchaus raten, sich nicht auf diesen ersten Kunden auszuruhen, sondern den Kundenstock aktiv zu erweitern, um beim Wegfall ersterer nicht in ein Tal der Tränen zu stürzen.

„Wir haben noch keine Idee, was wir machen wollen.“ Aha. Motivierte Jungunternehmer auf der Suche nach einem lohnenden Geschäftsfeld werden sich im eigenen Interesse gut umschauen, was Sie machen können und auch auf Dauer wollen. Eine erste Herangehensweise könnte auf Wirtschaftsseite die Suche nach Branchen sein, denen es gut geht und gehen wird. In weiterer Folge ist die Suche nach Nischen zu empfehlen, die man besetzen könnte, welche aber wiederum auch in nicht so boomenden Branchen zu finden sind.
„Wir können ja gar nichts.“ So ein Blödsinn! Die meisten, die das sagen, unterschätzen ihre Kompetenzen deutlich. Als „gelernter Österreicher“ sind jedenfalls viele sehr gut darin, alles schlechtzureden, und das gleich bei sich selber auch zu üben, bis es zur Realität wird. Selbstwertsteigerung und wie man dazu kommt, das soll hier jetzt nicht Thema sein, funktionierende Methoden gibt es zuhauf. Aber bitte Vorsicht vor den unseriösen Angeboten von Menschen, die nur sich selbst verkaufen mit der Botschaft: „Wenn Du so wirst wie ich, bist Du auch erfolgreich.“ Das hat noch selten funktioniert und kostet viel – jedenfalls zu viel.

Seriöse Anbieter sind definitionsgemäß die mit einer aufwendigen und offiziell anerkannten Fachausbildung, die vielleicht in Kombination mit Erfahrungsberichten weiterhelfen. Siehe zum Beispiel hier: gesundheitspsychologie.ehealth.gv.at

Also: Was können wir? Eine Sammlung der offiziellen Abschlüsse, Tätigkeitsschwerpunkte und vor allem der Leidenschaften, die einen in den „Flow“ bringen, bringt üblicherweise schon ein ganz gutes Bild der eigenen Kompetenzen. Dazu noch die Frage an Freunde und Bekannte, wie sie einen einschätzen und was man denn aus ihrer Sicht gut könne und eine gute Berufsberatung bzw. ein gutes Bewerbertraining, das ist dann schon die halbe Miete und die Basis für das Erstellen eines gutes Businessplans, der dafür da ist, von anderen und sich selbst zu oft zerrissen zu werden, bis er wirklich passt und man sich guten Gewissens drübertrauen kann.

Dann heißt es nicht mehr „Wir starten mit nix!“, sondern „Wir starten mit nix, aber wir wissen, was wir wollen und wie wir es erreichen. Wir können das!“.

Bildquelle: pixabay.com