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Anonymität in der Arbeitswelt

Anonymität in der Arbeitswelt ist ein schwieriges Thema. Einerseits wächst die Welt und somit auch die Arbeitswelt durch die digitalen Kommunikationsmittel zusammen, andererseits wird oft über Unmengen anonymer Kontakte und E-Mail-Verkehre geklagt. Es scheint so zu sein, dass ein gewisses Maß an persönlichem Kontakt für jeden von uns gut ist. Freilich mag der eine mehr und der andere weniger Menschen um sich haben – und vor allem welche Menschen (!) scheint enorm wichtig zu sein -, aber es hat schon einen Grund, warum man miteinander im Büro, im Betrieb, in der Produktionsstätte und so weiter arbeitet. Und diese Gründe liegen immer weniger nur in den Arbeitsabläufen, sondern eben im Bedürfnis nach sozialem Kontakt und in der „üblichen“ Form der Zusammenarbeit am Arbeitsplatz mit all seinen Regelungen und Vorschriften.

Man denke nur an die Vorgaben für die Gestaltung von Arbeitsplätzen bis hin zu versperrbaren Kästen für die Mitarbeiter, die regelmäßigen Meetings mit Anwesenheitspflicht oder die kurzen Wege innerhalb der Organisation bei einem gemeinsamen Standort.

Mit Cloudworkern muss man sich in diesem Zusammenhang etwas mehr auseinandersetzen. Einige Alltagsprobleme fallen weg, einige kommen dazu, und vieles bleibt gestaltbar, was den besonderen Reiz dieser Kooperationsvariante ausmacht.

Weil Cloudworker immer anonym auf der Plattform auftreten und kontaktiert werden, genießen sie ein hohes Maß an Schutz und können sich in Ruhe überlegen, ob sie sich aktiv auf ein Projekt bewerben oder wie sie auf eine an sie gerichtete Anfrage reagieren. Unternehmen können nur Projekte online stellen, die möglichst attraktiv sein sollen, um wiederum möglichst viele Cloudworker zu animieren, sich zu bewerben. Oder sie stellen eben eine anonyme Anfrage über das System an einen Cloudworker mit einem attraktiven Profil, von dem sie aber nicht wissen, wer dahintersteckt. Erst wenn die beiden Vertragspartner gleich interessiert sind an einer Kooperation, werden die Kontaktdaten ausgetauscht. Dann vereinbaren die beiden die Art der Kooperation.

So lassen sich die Vorteile beider Arbeitswelten vereinen.

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Millennials haben kein Vertrauen mehr

Millennials haben kein Vertrauen mehr in ihre Arbeitgeber, soweit der Befund einer Studie vom Beratungsunternehmen Deloitte.

  • Millennials werden die genannt, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden, sie sind auch unter „Generation Y“ bekannt.
  • Generation Z sind somit jene, die nach 2000 geboren wurden.

Es geht darum, dass Unternehmen gezielt „ihre Zielgruppe“ angesprochen haben, um diese als Mitarbeiter zu gewinnen. Die Firmen präsentierten sich als sozial engagiert, flexibel, weiterbildungsaffin usw. und konnten so bei den Bewerbern punkten. Das Problem dabei: Es scheint wohl mehr Marketing als ernst gemeinte Inhalte gewesen zu sein, weil die mittlerweile mehrjährigen Mitarbeiter enttäuscht sind und sich – zumindest innerlich – von den Unternehmen abwenden.

Mag sein, dass auf einige von ihnen die Bezeichnung „verwöhnte Töchter und Söhne“ zutrifft, die es sich aufgrund ihrer Ressoucen halt relativ gut aussuchen kann, wann und wo sie arbeitet. Es ändert aber nichts daran, dass die Unternehmen mit ihrem Focus auf Gewinnmaximierung nicht bei diesen punkten kann; vor allem dann nicht, wenn sie behaupten, dass „Soziales“ im Vordergrund steht.

Die Folgen? Die innere Kündigung wird vorbereitet, Alternativen werden gesucht, man tauscht sich aus über andere Arbeitsformen und -konzepte. Von denen, die in den nächsten zwei Jahren wechseln wollen, können sich 43 %vorstellen, ganz in der Gig-Econonomy zu landen, ein unglaublich hoher Wert! Neben dem finanziellen Anreiz sind vor allem die flexibleren Arbeitszeiten ausschlaggebend. Wenn schon „soziales Arbeiten“ im Unternehmen nicht möglich ist, lassen sich die Millennials auch nicht mehr binden, suchen sich flexible gute Einnahmequellen und verlagern ihren Drang zum Sozialen in die Freizeit.

Gig-Economy ist dabei ein Synonym für Projektarbeit.

Dort ist zwar auch nicht alles eitel Wonne, aber die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit sind klarer, weniger und eindeutiger.

Ein Problem, mit dem überraschenderweise auch die Millennials zu kämpfen haben, sowohl angestellt als auch selbständig, ist die Digitalisierung. Nur 36 % von ihnen fühlen sich gut darauf vorbereitet, der Rest bekommt vom Arbeitgeber keine Unterstützung (obwohl benötigt) bzw. kämpft damit in der selbständigen Variante. Hier können Unternehmen zeigen, dass sie sich wirklich um ihre Mitarbeiter bemühen, und die Selbständigen werden Wege finden (müssen), damit gut umzugehen.

Softwareentwickler lassen sich oft nicht anstellen

Die Verhandlungsposition ist gut – die Folgen überraschen nicht: Softwareentwickler lassen sich oft nicht anstellen

Sie lassen sich nicht anstellen, weil sie jung, gut ausgebildet und hochbegehrt sind. Eine Anstellung mit lästigen Pflichten – und Absicherungen – wollen und brauchen sie nicht.

Wir wollen die Situation gar nicht mit anderen Berufen oder Bevölkerungsgruppen vergleichen, aber klar scheint, dass zumindest für diese Gruppe eine „neue Form des Arbeitens“ nötig ist. Natürlich sind die sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben nicht einfach so außer Kraft setzbar, aber Unternehmen überlegen dann halt, wie sie die Arbeit gestalten müssen, damit ein Cloudworker gut einsetzbar ist. Es gibt keine Anwesenheitspflichten, den Computer hat der Programmierer selber, Arbeitszeiten sind auch kein Thema, und zur Not wird wohl auch mal ein einspringender Kollege des Programmierers zu akzeptieren sein, solange Qualität und Abgabefristen halten.

Der Beruf ist quasi der Prototyp einer cloud-geeigneten Tätigkeit, wo es auch erfahrungsgemäß besonders gut funktioniert. Die Firmen kommen aus der Technik, haben oft eine weltoffene Grundausrichtung und ein entsprechendes mindset, kümmern sich wenig um formale Abschlüsse und Ausbildungen und haben Grenzen tendenziell nicht sehr gerne: Sei es die durch Arbeitszeitgesetze vorgegebenen, die Länder- und Sprachgrenzen, die Grenzen durch Vorbehalte gegenüber nicht-prototypischen Bewerbern, usw. Dies freilich nur verstärkt in Bereichen, in denen es nicht um fixe Arbeitsteams und Kundenkontakt geht, aber immerhin.

Der stärkste Anlass für diese Haltung ist natürlich die Performance-Anforderung und der Fachkräftemangel in Kombination: Wenn ich einfach nicht genügend gute Leute finde, muss ich mir irgendwann überlegen, ob ich nicht abseits der üblichen Recruitingwege zu denken beginne: Muss es ein Angestellter sein, muss es ein 28-jähriger Österreicher sein, darf es vielleicht auch ein Rollstuhlfahrer sein, und vieles mehr.

Natürlich ist hier eine Suche rein nach Kompetenzen und Verfügbarkeiten – zumindest als Ergänzung – sehr sinnvoll.Zusätzlich darf man sich mit dem Label „diversity-affin“ schmücken und kann praktisch beweisen, dass man in der Jobvergabe Maßnahmen gesetzt hat, um nicht diskriminierend vorzugehen. Das kriegt man quasi als „Goodie“ noch gratis drauf. Nichts spricht dagegen, den Einsatz von Cloudworkern in sein Personalmaßnahmen-Portfolio mit aufzunehmen und laufend mitzubedenken!

 

EPU kurier.at vom 10. April 2018

EPU in Österreich auf dem Vormarsch

So lässt sich der Artikel im Kurier vom 10. April 2018 über die Lage der EPU zusammenfassen.

Mehr als 350.000 Menschen arbeiten als (Neue) Selbständige, 68.000 davon als Personenbetreuer_innen. Die restliche Gruppe ist sehr heterogen, mit unterschiedlichen Motiven, mit vielen Mischformen, und es gibt mit 52 % eine leichte Überzahl an Frauen.

Der Trend scheint ungebrochen, und das zeigt uns auch, dass unser Angebot sehr zeitgemäß ist.

2018-04-10 kurier.at EPU

Neue Arbeitswelt: Crowdworking und seine Schattenseiten

Der Originalbeitrag von Robert Prazak () findet sich unter diesem Link: https://www.profil.at/portfolio/innovation/neue-arbeitswelt-crowdworking-schattenseiten-7561995

Crowdworking verspricht den Zugang zu Aufträgen aus aller Welt via Internet. Doch Preisdumping, Umgehung des Arbeitsrechts und eine Schwemme an Niedriglohn-Jobs sind die möglichen Schattenseiten dieser Entwicklung.

Ein Logo für eine neue Firma entwerfen. Texte für Internet-Portale schreiben. Preise in Supermärkten vergleichen. Softwareprobleme lösen: Solche Aufgaben sind nichts Neues. Neu ist, dass sie immer öfter nicht von angestellten Mitarbeitern eines Unternehmens durchgeführt werden, sondern von Auftragnehmern, die sich via Internet um solche Tätigkeiten bewerben und sie selbstständig durchführen.

Crowdworking nennt sich dieser Trend, der als Teil der sogenannten Shared Economy – Stichwort Uber und AirBnB – besonders umstritten ist. Der Grundgedanke: Unternehmen oder Privatpersonen übertragen über Vermittlung einer spezialisierten Plattform bestimmte Aufgaben an Selbstständige, die sich voneinander über den Preis, die Erfahrung oder andere Kriterien abheben können.

Neu daran ist, dass durch die Verfügbarkeit des schnellen Internets eine solche Vermittlung möglich wurde. In Bereichen wie Grafikdesign, IT und Texterstellung haben die entsprechenden Portale schon eine gewisse Popularität erlangt. Ein Vorreiter war der US-Konzern Amazon, der über eine Plattform für Gelegenheitsjobs simple Aufgaben wie Bilderkennung vermittelt; rund eine halbe Million Menschen weltweit verdienen sich Kleinstbeträge durch die Mitarbeit bei „Amazon Mechanical Turk“; Bedingungen und Bezahlung dort werden immer wieder kritisiert. Benannt ist die Plattform übrigens nach dem angeblichen Schachroboter des österreichisch-ungarischen Beamten Wolfgang von Kempelen im 18. Jahrhundert, in dessen wundersamen Maschine in Wahrheit ein Mensch verborgen war. Es könnte als Auswuchs der Digitalisierung betrachtet werden, dass 250 Jahre später hinter vielen Projekten ebenfalls nicht ein Rechner, sondern billig angekaufte Leistung von Menschen steckt.

Graubereich des Arbeitsmarktes

Sich nebenbei ein wenig Geld dazuverdienen bei freier Zeiteinteilung, unkompliziert Aufträge aus aller Welt ergattern – das sind Vorzüge der Crowdworking-Plattformen, die es Privatpersonen und Kleinunternehmen ermöglichen, kostengünstig Arbeit auszulagern, etwa die Erstellung oder Optimierung von Websites. Doch die Kehrseiten der wachsenden Popularität dieser Arbeitsformen sind ebenso leicht erkennbar: schlechte Bezahlung, Umgehung arbeitsrechtlicher Bestimmungen, keine soziale Absicherung, Abhängigkeit von dem meist praktizierten Bewertungssystem sind zu befürchten und werden teils schon beobachtet.

Crowdworking findet vielfach in einem Graubereich des Arbeitsmarktes statt. Der Arbeitsrechtler Martin Risak von der Universität Wien meint: „Die wichtigste Frage ist: Wie gelingt es, vernünftige Arbeitsbedingungen in diesem Bereich zu schaffen?“ Ein Problem ist für ihn die Übertragung des unternehmerischen Risikos auf die Mitarbeiter, also auf das schwächste Glied in der Kette. Sylvia Kuba, Expertin der Arbeiterkammer, sieht ein Problem der Definition: Wie werden die Mitarbeiter eingestuft? Sind sie Selbstständige, freie Mitarbeiter oder Unternehmer? – „Das ist noch unklar und kann auch gar nicht pauschal beantwortet werden.“

In einer Untersuchung im Auftrag der Arbeiterkammer wurden rund 2000 Österreicher online befragt, um erstmals einen Einblick in die Dimensionen des Crowdworking hierzulande zu bekommen. Das Ergebnis: Rund ein Drittel hat im Vorjahr versucht, über eine solche Plattform Arbeit zu bekommen; begehrt sind vor allem Tätigkeiten, die von daheim aus durchgeführt werden können. Von jenen, denen das gelungen ist, verdient knapp die Hälfte weniger als 18.000 Euro pro Jahr. Dabei sind unter den österreichischen Crowdworkern alle Altersklassen zu finden, und Studierende sind mit einem Anteil von elf Prozent nicht übermäßig vertreten.

„Nicht wegregulieren“

Weniger dramatisch sieht Rolf Gleißner, Arbeitsrecht-Experte der Wirtschaftskammer, die Entwicklung: „Ich halte das für einen Hype. Es gibt schon mehr Studien zum Thema als Crowdworker.“ Man müsse das Phänomen zunächst beobachten und diesem eine Chance geben. „Gleich mal alles streng zu regulieren, ist keine gute Idee.“ Auch Sylvia Kuba will „nicht wegregulieren“. Doch vor dem Hintergrund des großen Wachstumspotenzials dieser Plattformen müsste man sich das dringend genauer ansehen – nur weil etwas im Internet stattfindet, könnten nicht die üblichen Regeln für Arbeitnehmer ungültig werden.

Die EU nimmt derzeit eher die Rolle eines interessierten Beobachters ein. Gracia Maria Vara-Arribas vom Europäischen Institut für Verwaltungswissenschaften berät die EU in Sachen Internetwirtschaft und hat sich Portale wie Uber und Airbnb angesehen. Beim Forum Alpbach meinte sie, Strafen und Verbote seien keine Lösung, es müsste verhandelt und neues Regelwerk geschaffen werden. „Darüber hinaus stehen Fragen des Arbeitsrechts im Mittelpunkt, also die Einschätzung, ob es sich bei den Auftragnehmern tatsächlich um Selbstständige handelt.“

Angestrebt wird eine Harmonisierung der Regeln innerhalb der EU, so Vara-Arribas. Valerio De Stefano von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen hat die Schattenseiten der sogenannten „On-Demand Economy“ analysiert: Crowdwork ist für viele die Haupteinnahmequelle, die Bezahlung ist schlecht (ein bis maximal zehn US-Dollar je Stunde), zudem besteht die Gefahr, dass Auftraggeber nicht zahlen. Sozialwissenschaftler Jörg Flecker von der Universität Wien hat in einem Forschungsprojekt Crowdworking in Kreativbranchen unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass die angeblichen Vorzüge solcher Arbeitsformen in der Praxis meist gar nicht existieren: So gibt es trotz Selbstständigkeit keine freie Zeiteinteilung, da Suche und Ausführen von Aufträgen erst recht wieder an bestimmte Zeiträume gebunden sind. Zudem müssen sich die Auftragnehmer den Anforderungen der Plattformen und Auftraggeber unterwerfen. Dazu kommt der erhebliche Zeitaufwand, der unterschätzt wird und nur zum Teil bezahlt; so muss ständig nach Aufträgen gesucht werden, was ja nicht honoriert wird. Deshalb meint Flecker: „Bei solchen Arbeitsformen können bestehende Regeln leicht umgangen werden.“

Zunehmende Entgrenzung des Arbeitsmarktes

Tatsache ist: Arbeit auf den Plattformen suchen nicht unbedingt nur Menschen mit niedriger Qualifikation, aber häufig jene mit weniger Erfahrung in der jeweiligen Sparte. Es ist also zu befürchten, dass Crowdworking vor allem bei jüngeren Arbeitskräften den Trend zum schlecht bezahlten oder gar unbezahlten Praktikum verstärken könnte. Für Risak ist das Crowdworking nicht nur aus diesem Grund typisch für die Entwicklung des gesamten Arbeitsmarktes: „Die normalen Arbeitsverhältnisse sind in Erosion: Den Vollzeitjob mit einem Gehalt, von dem die Familie leben kann, gibt es ohnehin kaum noch.“ Insofern ist Crowdworking so etwas wie die Spitze des Eisbergs – nicht nur deswegen werden Fragen nach der Finanzierung des Sozialstaats dringlicher. Muna Duzdar, Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, meint: „Wir wollen diesen Bereich gestalten.“ Noch gebe es aber keine Vorstellung, ob und wie Crowdworking und neue Plattformen generell Jobs schaffen beziehungsweise traditionelle verhindern. „Auch die Frage, wer denn eigentlich der Arbeitgeber ist, kann noch nicht beantwortet werden.“ Am wichtigsten sei die Frage, wie der Kuchen fair verteilt werden kann, denn „jeder soll von der Digitalisierung profitieren können“.

Kernthema beim Crowdworking ist die zunehmende Entgrenzung des Arbeitsmarktes – der Auftrag kann ebenso nach Niederösterreich wie in die USA oder nach Indien vergeben werden. Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen eines Landes könnten damit an der Grenzenlosigkeit und Unregulierbarkeit des Internets abprallen. Allerdings gibt es Kriterien wie Sprache, Qualifizierung und Qualität, die die Auftragsvergabe wieder eingrenzen. Wäre also eine Art Gütesiegel für Crowdworking-Aufträge, bei denen sich Auftraggeber und -nehmer sicher sein können, dass alles seine Richtigkeit hat, die Lösung? „Das alleine reicht nicht aus“, glaubt Arbeiterkammer-Expertin Sylvia Kuba. Doch der Zugang zu den nötigen Daten ist nicht einfach und in der Web-Ökonomie vielfach gar nicht vorgesehen. „Österreich muss sich diesbezüglich etwas überlegen, auch auf EU-Ebene ist dies nötig“, meint sie.

Aber kann und wird der Markt das nicht ohnedies regulieren? Martin Risak glaubt nicht an die reinigende Kraft des Marktes: „Wir sollten nicht warten, bis es große Verfahren gibt, sondern uns schon jetzt überlegen, ob und wie wir das reguliert haben wollen.“ Für Sylvia Kuba von der Arbeiterkammer ist vor allem das Preisdumping ein Grund für ein Eingreifen. „Gerechte Entlohnung wurde noch nie vom Markt geschaffen.“

Beispiele für Crowdwork-Plattformen

Clickworker: Texterstellung, Google-Optimierung, Internetrecherche und ähnliche Tätigkeiten werden über diese große Plattform vermittelt.

Freelancer: Vermittelt Aufträge von Kleinunternehmen an Freiberufler, vor allem aus den Bereichen IT, Text und Grafik.

99designs: Marktplatz für Grafikdesign, bei dem sich Freiberufler in Wettbewerben um Aufträge raufen müssen.

Fiverr: Weltgrößter Marktplatz für Kreativleistungen wie Designerstellung und Videoschnitt, zum Teil zu Dumpingpreisen.

AppJobber: Für Unternehmen werden gegen Mini-Bezahlung mithilfe einer Smartphone-App ebensolche Aufgaben erledigt, etwa Regale in Supermärkten fotografiert oder Preise verglichen.

Amazon Mechanical Turk: Plattform des weltgrößten Online-Händlers für schlecht bezahlte, einfache Mini-Aufgaben; wird oft als Negativbeispiel für die Auswüchse des Crowdworkings bezeichnet. mturk.com

Book a Tiger: Vermittlungsplattform für Reinigungskräfte, seit 2014 auch in Österreich aktiv. Verdient an der Vermittlungsprovision. bookatiger.com/at-de
FairCrowdWork: Bewertungsplattform für Crowdwork-Portale der deutschen IG Metall.